24h-Hiking-Tour Promo Das war sie also, unsere 24h-Hiking-Tour. Wir sind marschiert einen Tag und eine Nacht lang, ohne Schlafsack und ohne Isomatte natürlich.   Als Strecke haben wir uns den Schluchtensteig im Süd-Schwarzwald ausgesucht und dazu das perfekte Motto gefunden: Black Forrest - Black Hiking.   Dank Mehr Informationen...
Unvergessene Touren Nicht, dass wir auch nur eine einzige unserer Touren vergessen würden. Nein, dafür haben sie uns zu sehr geprägt. Aber eine Verewigung an der richtigen Stelle kann ja nicht schaden, oder? Kochgeschirr oder Trinkbecher, Feuerzeug oder natürlich Messer jeder Art all diese wertvollen Begleiter eign Mehr Informationen...
Minus 30 Grad ... na und? Schließlich machen wir hier keinen Sonntags-spaziergang. Nein, stattdessen sind wir draußen in der Wildnis, mehrere Tagesmärsche von bewohntem Gebiet entfernt und der Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Selbstverständlich sind wir seit Tagen allein hier draußen unterwegs.Welcher halbwegs norma Mehr Informationen...
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Achtung! Überholmanöver von rechts

Achtung! Überholmanöver von rechts

 

Nach einem verregneten Morgen im Nationalpark ist die Stimmung etwas getrübt. Denn bereits nach kurzer Zeit auf dem schlammigen Pfad ist die Hose bis an die Knie total durchnässt, von den Wanderschuhen ganz zu schweigen. Das große Sumpfgebiet vor uns, kann nur über den sehr langen und schmalen Holzbohlenpfad überquert werden. Durch die einsame Stille Lapplands dringt plötzlich ein fremdartiger Rhythmus. Es macht Tok-Tok-Tok - es kommt immer näher und näher und zwar von hinten.

Was wird das wohl sein? Ein Jogger? Ein Nordic Walker? Hier draußen, in den Tiefen des Nationalparks? Hmm…wohl kaum! Gespannt wage ich einen Blick zurück, doch da ist nichts zu sehen. Was immer das auch sein mag, es muss wohl noch hinter der Kurve des Bohlenwegs außerhalb unseres Blickfeldes sein. Das Tok-Tok-Tok wird immer lauter und kommt definitiv auf uns zu. Die Spannung steigt, ich spüre deutlich meinen Herzschlag. Wir stehen wie angewurzelt da und blicken gebannt zurück auf die Stelle an der der Bohlensteg nach der Biegung wieder zum Vorschein kommt. Wenige Sekunden später taucht es dann auf.

Es ist ein Eingeborener mit der Nummer 8. Genau wie wir will das Rentier also auf den besagten etwa 30 cm breiten Holzbohlen den Sumpf überqueren. Na bravo, und nun? O.K. schon klar. Das hier ist dein Zuhause, wir sind ja nur zu Besuch und haben eigentlich hier nichts zu melden. Aber bitte, du wirst doch jetzt nicht von uns verlangen, dass wir den schönen trockenen Steg für dich frei machen und in das Knie tiefe Wasser des Sumpfes springen? Gnade! Die Nummer 8 scheint gar keine Notiz von uns zu nehmen und kommt mit beherzten Schritten ohne zu zögern weiter auf uns zu. Für einen Moment fürchte ich, dass es für die Rentiere hier in der Gegend ganz normal ist, voll bepackte Trekking-Touris von Holzbohlenstegen zu schupsen.

Ich fürchte, dass uns diese verrückte Begegnung später kein Mensch glaubt, also zücke ich die DigiCam und schieße ein Foto nach dem anderen. Aber siehe da, als hätte die Nummer 8 unser Flehen erhört, schert der nette Kerl ganz gemütlich aus und stapft mit finnischer Gelassenheit durch den Sumpf rechts an uns vorbei. Uns bleibt einfach nur die Spucke weg. Erleichtert und mit einem breiten Grinsen im Gesicht verfolgen wir jeden Schritt unseres neuen Freundes. Ungemütlich scheint es im Sumpf dann aber doch zu sein, denn zielstrebig peilt der freundliche Waldbewohner wieder den trockenen Bohlensteg an, auf dem er unbeirrt seine Wanderung fortsetzt.

Das muss also die typisch skandinavische Gastfreundschaft sein.

 
 
Rebecca & Jürgen