24h-Hiking-Tour Promo Das war sie also, unsere 24h-Hiking-Tour. Wir sind marschiert einen Tag und eine Nacht lang, ohne Schlafsack und ohne Isomatte natürlich.   Als Strecke haben wir uns den Schluchtensteig im Süd-Schwarzwald ausgesucht und dazu das perfekte Motto gefunden: Black Forrest - Black Hiking.   Dank Mehr Informationen...
Unvergessene Touren Nicht, dass wir auch nur eine einzige unserer Touren vergessen würden. Nein, dafür haben sie uns zu sehr geprägt. Aber eine Verewigung an der richtigen Stelle kann ja nicht schaden, oder? Kochgeschirr oder Trinkbecher, Feuerzeug oder natürlich Messer jeder Art all diese wertvollen Begleiter eign Mehr Informationen...
Minus 30 Grad ... na und? Schließlich machen wir hier keinen Sonntags-spaziergang. Nein, stattdessen sind wir draußen in der Wildnis, mehrere Tagesmärsche von bewohntem Gebiet entfernt und der Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Selbstverständlich sind wir seit Tagen allein hier draußen unterwegs.Welcher halbwegs norma Mehr Informationen...
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Sarek Schweden 2012

Sarek Schweden 2012 Das war sie, unsere Sarek-Tour 2012!
An dieser Stelle findet ihr den Link zu unseren GPS-Signalen. Damit könnt ihr ganz genau unsere Strecke verfolgen.
Und falls ihr selbst so was verrücktes plant, geben wir auch hier schon mal hilfreiche Tipps speziell zu einer Sarek-Tour. >>> Tour Tipps Sarek
Die traumhaften Bilder zu unserer Tour gibt es hier >>> Foto Galerie
 
Weiter geht es mit unserem spannenden Tour-Tagebuch ...
 

23.06.2012 Aufbruch in die Wildnis

Wie so oft am Anfang unserer Touren werden wir spätestens jetzt im Landeanflug beim Blick aus dem Flugzeugfenster total zappelig wie kleine Kinder kurz vor der Bescherung. Kurz vor 12 Uhr Mittags landet unsere SAS-Linienmaschine im nord-schwedischen Lulea nach einem kurzen Zwischenstopp in Stockholm. Bis jetzt läuft alles wie geplant. Erst heute früh im regnerischen Zürich gestartet, sind wir nun der Wildnis schon nach wenigen Stunden sehr nah. Der Flughafen ist sehr überschaubar. Nur wenige Meter vom Gepäckband entfernt, stehen wir schon vor einem von zwei Mietwagenschaltern.
Unmittelbar nach der Erledigung der Formalitäten schließt sich der Rolo am Hertz-Schalter mit einem lauten Rattern. Mittagspause? Oder waren wir etwa die einzigen Kunden heute? Egal! Zügig nehmen wir draußen unseren Mietwagen in Beschlag. Wie es sich hier natürlich gehört, ein Volvo! Heute ist Mittsommerfeiertag in Schweden, sämtliche Geschäfte haben geschlossen. Trotzdem finden wir eine Tanke mit zugehörigem Shop und decken uns mit knapp 1,5 kg Campinggas-Kartuschen ein. Schnell noch ein kalorienreicher Imbiss inform von Burger und Pommes und los geht die Fahrt in Richtung Nordwesten, auf dem schnellsten Weg nach Kvikkjokk, das Tor zum Sarek. Bereits kurz nach dem Verlassen der Stadt, wird es auf den Straßen einsam und die Wälder endlos.
Das Überqueren des Polarkreises und die näher kommenden Bergketten des Sarek treiben unser Trekking-Fieber rasant nach oben.
Und so fackeln wir nicht lange als wir nach guten 4 Stunden Fahrt an der Fjällstation in Kvikkjokk ankommen.
Dank der Unterstützung eines der etwa 20 Einheimischen hier, ist schnell ein Bootsmann gerufen, der uns auf die andere Seite des Flusses übersetzt. Außerdem hat er noch ein paar wertvolle Tipps für uns parat. Von seinem Hinweis, dass wir für die Jahreszeit noch mit außergewöhnlich viel Schnee rechnen müssen, lassen wir uns (noch) in keinster Weise beeindrucken.
So, hier geht´s nun richtig los. Es ist bereits fast 19 Uhr, als wir nun endlich die Rucksäcke auf den Rücken schwingen und den steilen Aufstieg zum Prinskullen angehen.
Bei etwa 700 Höhenmeter werden die Fjällbirken lichter und wir müssen die ersten Schneefelder überqueren. Die wunderschöne Aussicht hinunter auf das Kvikkjokk-Delta und den See Sakkat belohnt uns schließlich für den schweißtreibenden Aufstieg.         
Auf dem Bergrücken des Vállevárre auf 865 m über Null schlagen wir gegen 23 Uhr unser erstes Camp auf. Noch bis um 1 Uhr nachts sitzen wir bei angenehmen 13°C vor dem Zelt und beobachten die Mitternachtsonne
wie sie waagerecht entlang der Berggipfel wandert und alles um uns herum in ein märchenhaftes gelbes Farbenspiel taucht.

 

24.06.2012 Schluss mit lustig

Wunderbares Wetter heute morgen, genauso ist die Stimmung, noch! Denn beim gemütlichen Frühstück kann sich noch keiner von uns vorstellen, was das Vállevágge für Übles für uns bereithält. Der leichte Anstieg geht noch ganz gut, dann kommt der Schnee! Das Tal verengt sich sehr schnell, unten fließt der kleine Fluss. Teilweise sichtbar, dann wieder in kurzen Abschnitten vom Schnee überdeckt. Genau deshalb halten wir Abstand, weil wir in der Nähe des Wassers jederzeit einbrechen könnten. Abstand halten heißt entlang des Hanges zu gehen. Besser gesagt zu stolpern, nämlich auch dieser ist mit großen Schneefeldern bedeckt.
Das schlimmste allerdings ist, dass darunter ein sich über die ganze Tallänge ziehendes Geröllfeld liegt. Ständig brechen wir durch die weiche Schneedecke und rutschen zwischen die großen Felsbrocken. Ohne Trekking-Stöcke wäre dieser Balance-Akt unmöglich. Und als würden uns die Götter des Sarek nicht in ihrer Nähe haben wollen, schicken sie uns zudem noch stundenlanger Dauerregen entgegen.
Gegen Abend liegt dann endlich der Hábres vor uns, eine kleine Anhöhe bevor der Hang steil hinunter ins Tjuoldavágge abfällt. Aber das wichtigste ist, dass das verfluchte Vállesvágge hinter uns liegt.
Als wir zwischen den Schneefeldern eine schöne trockene Stelle für unser Zelt finden, zudem mit einer grandiosen Aussicht auf das mächtige Partemassiv auf der anderen Talseite, hebt sich unsere Stimmung allmählich wieder. Spätestens beim Verzehr des abendlichen Tees und jeder Menge Kohlenhydraten sind dann die Strapatzen des Tages komplett vergessen.         

 

25.06.2012 Camp am Eissee

Heute stehen einige Höhenmeter auf dem Programm. Bereits um 8 Uhr brechen wir auf. Zunächst geht es runter über einen felsigen Abstieg in Richtung des Ruonasvágge. Was auf der Karte recht unspektakulär aussieht zeigt sich in der Realität als eine nicht einfach zu überwindende kleine Schlucht. Das bedeutet, dass der direkte Weg tabu ist.
Wir finden aus der Ferne eine solide Schneebrücke, welche wir anpeilen. So schaffen wir problemlos den Übergang, allerdings kostet uns das einige Extra-Kilometer. Der weitere Abstieg ins Tuoldavágge ist locker, ganz im Gegenteil die Furt durch den Tuolldajahka. Hier macht sich das heftige Schmelzwasser bemerkbar. Wir kämpfen gegen die reißende Strömung und gewinnen. Zeit zum Verschnaufen haben wir allerdings noch keine. Wir steigen noch gute 300 Hm auf entlang des Tjuollda. Für Abwechslung sorgt eine Rentierherde, die unseren Weg kreuzt. Am Auslauf des Sees Laptavakkjavvre, der noch weitestgehend unter einer geschlossenen Schneedecke liegt, finden wir trotzdem einen super Zeltplatz. Übrigens die einzigen paar Quadratmeter, die schneefrei, trocken und eben zugleich sind.

 

26.06.2012 Furten für Fortgeschrittene

Der Weg ins Tal Njoatsosvágge führt uns zunächst wenige Kilometer auf einer Hochebene auf gut 1.000 m über N.N. in Richtung Osten. Die Strecke ist zwar nicht schwierig, allerdings merken wir, dass ein eiskalter Nordwind uns begleitet. Bereits am frühen Morgen hat er unser Camp in dichte Hochnebelwolken gehüllt, weswegen wir erst nach 10 Uhr aufgebrochen sind. Bereits beim Abstieg ins Tal werden wir beim Anblick des Flusses zunehmens nachdenklicher. Müssen wir da wirklich rüber? Ohne Brücke? Scheiße ja, ein Umweg kommt ja wohl nicht in Frage. Wir orientieren uns an den Rentierspuren um eine geeignete Stelle zu finden. Nach einigem hin und her sind wir uns einig: der Fluss eignet sich eigentlich überhaupt nirgends für eine Furt. Mit Mühe finden wir eine Stelle, an der wir gerade so noch stehen können. Die Strömung ist nicht sehr stark. Also wagen wir es, wohlwissend welches Risiko wir dabei eingehen. Halbnackt stehen wir am Ufer, vor lauter Anspannung spüren wir den eisigen Wind schon gar nicht mehr. Den Rucksack quer über den Schultern und mit wackeligen Schritten geht als erster Alex. Alles geht gut, die Erleichterung steht allen von uns ins Gesicht geschrieben. Aber zur Nachahmung empfehlen wir das keines Falls. Nur ein kurzes Stück hangaufwärts steht eine verschlossene Rentierzüchterhütte. Obwohl es noch früh am Tag ist, stellen wir unser Zelt direkt dahinter auf. Den Übergang über den Pass am Sähkok schaffen wir heute eh nicht mehr und ein windgeschütztes Camp hat heute oberste Priorität.

 

27.06.2012 Irrweg am Sähkok

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