24h-Hiking-Tour Promo Das war sie also, unsere 24h-Hiking-Tour. Wir sind marschiert einen Tag und eine Nacht lang, ohne Schlafsack und ohne Isomatte natürlich.   Als Strecke haben wir uns den Schluchtensteig im Süd-Schwarzwald ausgesucht und dazu das perfekte Motto gefunden: Black Forrest - Black Hiking.   Dank Mehr Informationen...
Unvergessene Touren Nicht, dass wir auch nur eine einzige unserer Touren vergessen würden. Nein, dafür haben sie uns zu sehr geprägt. Aber eine Verewigung an der richtigen Stelle kann ja nicht schaden, oder? Kochgeschirr oder Trinkbecher, Feuerzeug oder natürlich Messer jeder Art all diese wertvollen Begleiter eign Mehr Informationen...
Minus 30 Grad ... na und? Schließlich machen wir hier keinen Sonntags-spaziergang. Nein, stattdessen sind wir draußen in der Wildnis, mehrere Tagesmärsche von bewohntem Gebiet entfernt und der Tag neigt sich langsam dem Ende zu. Selbstverständlich sind wir seit Tagen allein hier draußen unterwegs.Welcher halbwegs norma Mehr Informationen...
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Susitaival - Trekking in Südfinnland Teil 1

wolfsroute_klEndlich ist es soweit, die Rucksäcke sind gepackt. Obwohl wir nur das Nötigste für die nächsten zehn Tage gepackt haben, muss jeder von uns knapp 22 Kilo mit sich schleppen. Mit Finnair fliegen wir ab Frankfurt am Main über Helsinki an Joensuu. Zum südlichen Startpunkt des Susitaivals müssen wir irgendwie nach Möhkö kommen… nur wie???   

 

    

Tag 1: 02.08.2010 Anreise nach Möhkö – Die Suche nach dem Bus in die Wildnis Finnlands 

 

Seite_3Laut Fahrplan im Internet fährt der Bus nach Ilomantsi in den Schulferien nicht. Somit müssen wir Plan B in die Tat umsetzen. An dem kleinen Flughafen in Joensuu warten bereits die Taxis auf die 25 neu eingetroffenen Passagiere. Den erst besten Taxifahrer fragen wir nach dem Preis für die 90 Kilometer lange Strecke bis nach Möhkö. Mit 145 Euro wären wir dabei, meint der Taxifahrer. Dieser stolze Preis ist uns eindeutig zu hoch. Deshalb fragen wir weitere Taxifahrer, der Preis bleibt jedoch derselbe. Die letzte Möglichkeit ist der Busfahrer am Ende des Flughafens. Ich spreche ihn an, doch dieser verneint. Somit stehen wir am Flughafen von Joensuu und wissen nicht wie wir hier weiter kommen. Bis ins Zentrum laufen, unmöglich. Das Wichtigste, die Nerven behalten! Nach zehn langen Minuten, kommt der Busfahrer nochmals auf uns zu. Mit Händen und Füßen macht er uns klar, dass er ins Zentrum von Joensuu fährt. Mit großer Hoffnung steigen wir in den Bus ein, um dort mit einem günstigeren Taxi unser heutiges Ziel zu erreichen oder fährt der Bus doch noch? 

Seite_2Während der Busfahrt halten wir Ausschau nach Zeltplätzen, zur Not müssen wir dort eine Nacht verbringen und morgen Früh nach einem Bus nach Ilomantsi suchen. Schwein gehabt!!! Der Bus fährt in einer halben Stunde in das 70 km entfernte Ilomantsi. Das bringt uns ein großes Stück unserem Ziel näher und das für nur 14 Euro. Im Gespräch mit dem Busfahrer stellt sich heraus, dass kein Bus weiter nach Möhkö fährt. Er bietet uns sofort an ein Taxi anzurufen. Nach einer guten Stunde Busfahrt steht schon das Taxi an der Endhaltestelle für uns bereit. Mit dem Taxi geht es dann in das 20 Minuten entfernte Möhkö (http://www.mohko.net).  Der Campingplatzbesitzer begrüßt uns spät abends sehr freundlich in Deutsch. Er erzählt uns gleich von seinen vier finnischen Jagdhunden, diese vertreiben die Bären und andere Wildtiere vom Campingplatz. Die Hunde wittern einen sich nähernden Bären bereits Stunden zuvor und strecken ihre Schnauze in die Luft. Das bedeutet für alle Camper sich in Sicherheit zu bringen, bis die Hunde keinen Bären mehr wittern oder den nähernden Bären verjagt haben. In zwei Wochen wird er mit seinen vier Hunden wieder auf Bärenjagd gehen. In diesem Jahr stehen etwa 200 Bären zum Abschuss.

Es ist spät abends immer noch extrem warm. Der Besitzer berichtet uns von einem extrem heißen Sommer, was für Finnland sehr untypisch ist, genauso wie der extrem kalte vergangene Winter. Wovon wiederum mein Bruder und seine zwei Kumpels ein Lied singen können (siehe Bärenroute Finnland Winter 2010). Naja mal schauen was uns noch alles erwartet. Nach dem langen Gespräch, schlagen wir unser Zelt auf. Unten am See genießen wir unser Vesper, die Aussicht, den See und sprudelten voller Vorfreude endlich los marschieren zu dürfen. Nach dem genialen Sonnenuntergang, spazieren wir noch durch das Eisenerzmuseum nebenan.

In den Sommernächten Finnlands ist es maximal Dämmerung. Ganz zu unseren Gunsten.

 

Tag 2: 03.08.2010 120 Kilometer Wildnis pur - Endlich geht´s los  

 

Seite_4_1Den zweiten Tag in Finnland beginnen wir mit einem erfrischenden Bad im See. Nach dem Frühstück noch schnell das Zelt zusammen packen. Voller Elan brechen wir zu unserer ersten Etappe auf dem Susitaival auf. Die ersten Kilometer sind landschaftlich nicht so atemberaubend, ab dem Kriegsdenkmal bei Öykköstenvaara wird der Pfad interessanter, aber auch anstrengender. Unsere schweren Rücksäcke machen sich bei der hügligen Landschaft nach einiger Zeit bemerkbar. Auf einer schmalen langgezogenen Landzunge ersteckte sich der Pfad zwischen zwei Seen. Die faszinierenden Blicke links und rechts hinunter zu den Seen lassen den Atem stocken. Nach nur 14 Kilometern kommt bereits die erste Hütte Po.Pitkäjärvi.  

Seite_4_2Aufgrund des schönen Wetters und der super Lage der Hütte beschließen wir die Nacht hier zu verbringen. Wir flacken erst einmal auf die Bank um ein Nickerchen zu machen. Der See Sysmä verlockt uns in das Wasser zu springen. Bei den für Finnland untypischen, sehr heißen Sommertemperaturen, ist es auch im See angenehm zum Baden. Einen Blick in das Hüttenbuch verrät uns, dass hier viel weniger los ist als auf dem Karhunkierros, den wir im vergangen Jahr bestritten haben. Dort sind über drei Hüttenbucheinträge pro Nacht keine Seltenheit.

Damit die nächste Etappe genau so reibungslos verläuft, blicken wir in die Wanderkarte und planen für den kommenden Tag die möglichen Ziele. Zum Abendessen brutzeln wir uns Rigatoni mit Tomaten-Mozzarella-Soße auf dem Lagerfeuer. Das leicht gelbliche Wasser aus dem See kochen wir vorsorglich ab und befüllen die Trinkflaschen für den nächsten Tag. Die feuchten finnischen Wälder, eigentlich ein herrliches Mosquito Paradies, sind in diesem Jahr aufgrund der außergewöhnlichen Temperaturen für die Stechmücken zu trocken. Für uns eine positive Überraschung, nach dem mosquitoreichen letzen Jahr bei der Bärenrunde.

 

Tag 3: 04.08.2010 Schöne Überraschungen heute…

 

Die ersten Sonnenstrahlen wecken uns sanft aus dem Schlaf. Um vollends wach zu werden, schwimmen wir erst einmal ein paar erfrischende Runden im See. Gestärkt mit Tee, Müsli und aufgerührtem Milchpulver machen wir uns auf den Weg. Schon nach den ersten Metern machen wir eine unangenehme Bekanntschaft. Aus dem Dickicht faucht und zischt es recht laut. Es ist eine kleine Kreuzottern die unseren Weg kreuzen. Ich mit meiner Schlangenphobie zuckte zusammen und wollte hier nur noch weg. Einfach schrecklich!  

Seite_6Nach etwa sieben Kilometer ist eine Lavuu mitten im Wald, jedoch leider ohne Wasserzugang.Kurve Verschnaufpause, die schweren Rucksäcke schnallen wir ab und erkunden ein paar Minuten die Umgebung der Lavuu. Und schon wieder so ein kleines weiß-schwarze Vieh. Bahhh und wieder läuft ein Ekelschauer über meinen Rücken. Für heute reicht´s echt und für den Rest der Tour hoffentlich auch!

Der Susitaival führt uns über einen langen Holzbohlenweg hinunter an einen schönen See. Lange Zeit führt uns dieser entlang am Wasser mit einem wundervollen Ausblick. Gegen Ende der Etappe verlassen wir die Seenlandschaft und müssen noch einmal ein paar kleinere Hügel überwinden. Ein kurzes Stück Schotterweg, bis wir schließlich wieder in den sehr moosigen Wald zurückkehren. Es geht noch einmal kräftig bergauf. Die Mittagssonne treibt uns den Schweiß ins Gesicht. Jedoch lässt die Belohnung nicht lange auf sich warten. Von oben kann man bereits den See und eine Grillstelle erkennen. Die Lage der Särkkäjärvi ist wunderschön. Eine Zufahrt zur Hütte ist auch vorhanden. Unten am See befinden sich eine überdachte Grillstelle und eine Kaivo. Aus der Kaivo kann kühles, sauberes Trinkwasser geschöpft werden. Endlich einmal wieder rauchfreies Wasser trinken, ein Genuss!

An diesem heißen Sommertag, darf ein ausgiebiges Bad über Mittag auf gar keinen Fall fehlen. Kurzer Hand entschließen wir uns nicht wie geplant weiter zu marschieren, sondern hier unser Nachtquartier aufzuschlagen. Einen ausgiebigen Mittagschlaf im Schatten haben wir uns trotzdem verdient. Gegen 18 Uhr kommt über die Zufahrt eine Schar von Leuten an die Hütte. Die Begeisterung unsererseits ist eher mau, ganz im Gegenteil zu den finnischen Bürgern. Prompt sucht die Leiterin einer Kirchengemeinde aus dem 25 Kilometer entfernten Ilomantsi das Gespräch mit uns und lädt uns auf zur Abendmesse ein, die die anderen gerade vorbereiten. Etwas skeptisch gesellen wir uns dann irgendwann doch zu der Truppe. Ein Liederheftchen wird uns in die Hand gedrückt…na schön, aber wie bitte sollen wir verstehen was ihr da singt. Bekannt ist ja, dass wir Schwaben alles können außer Hochdeutsch, aber für finnisch hat es dann leider doch noch nicht ganz gereicht =). Naja egal, einzelne Buchstaben bringen wir trotzdem aus unserem Mund und haben dabei erstaunlicherweise viel Spaß.

Seite_7_2Auch zwischendurch bei Kaffee, Gebäck und Würstchen kommen wir nicht zu kurz. Nachschub so schnell können wir gar nicht schauen. Zugleich löchert die Kirchengemeindeleiterin uns immer wieder mit Fragen zu uns und unserer Tour. Mit vollem Mund antworten wir der neugierigen Frau, die wiederum alle unsere Antworten den anderen von englisch in die finnische Sprache übersetzt. Alle schauen sie uns verdutzt aber hell begeistert an. In diesem Moment kommen wir uns vor wie richtige Stars. Im „Rampenlicht“ vergeht der Abend. Das Abschlussgebet wird uns gewidmet und ein Segen für den weiten Weg ausgesprochen.

Keine Stunde nach dem Abschied der Kirchengemeinde zieht ein heftiges Gewitter auf. Der Regen poltert auf den Bogen, lauter Donner und unzählige Blitze. Bäume und Sträucher werden durch den energischen Wind umher geweht. Lustig zu Mute ist es gewiss keinem von uns beiden. Sehr beängstigt und unsicher schaue ich mir an was das Unwetter um uns rum zerstört. Eine halbe Stunde später spürte ich deutlich wie die Anspannung sich in meinem Körper löst, denn das starke Unwetter bescherte uns nun ein unbeschreiblich schönes Abendrot.  

 

Tag 4: 05.08.2010 Die Natur ein Mosaik

 

Seite_8_2Gemütlich kriechen wir aus dem Schlafsack und nehmen als allererstes ein Bad im See, welcher nach dem Gewitter gestern extrem abkühlte. Der See war so kalt, dass ich sogar noch nach dem Frühstück trotz richtig dicker Kleidung schlottere.

Nachdem alles wieder an seinem Platz im Rucksack verstaut ist kann´s losgehen. Ein steiniger und moosiger Weg führt uns entlang am See. Ein kleiner Bach und sumpfiges Gebiet müssen wir ohne Bohlen und Brücken durchqueren. So schlecht war der Pfad noch nie. Doch zu unserem Glück kommen wir trocken aus dem Sumpfgebiet. Doch jetzt die Preisfrage, wo geht der Susitaival wohl weiter? Hm, die Markierungen fehlen, also bleibt uns nichts anderes übrig, den Weg nach der Karte ausfindig zu machen. Nach einem halben Kilometer dann wieder die erste Markierung und die Erleichterung den richtigen Riecher gehabt zu haben.

Seite_8_3Nach einer einsamen Schotterstrasse führt der Weg durch ein extrem sandiges und hügliges Waldgebiet. Es ist wahninnig heiß und wir kämpfen uns durch und legen immer wieder die notwendigen Trinkpausen ein. Wenig später wird die schweißtreibende „Arbeit“ belohnt und wir kommen an unserem Etappenziel, der Lavuu Kaunisjärvi an - direkt an einem glasklaren See mit Sandboden. Keine Menschenseele, irgendwo mitten in der Pampa…eine Stecknadel würde man hier gewiss fallen hören! Ein bisschen dösen auf der Holzbank muss sein bevor es zum Abendessen übergeht.  Als Nachtisch gibt es mal wieder Whiskey und Studentenfutter. Nebenher zocken wir Karten bis es leicht anfängt zu nieseln. So verkriechen wir uns in die Lavuu, liegen auf die Isomatte und schauen dem loderndem Feuer zu.

 

Tag 5: 06.08.2010 Nicht nur die Hitze macht uns heute ganz schön zu schaffen

 

Seite_10_1Schon früh werden wir von den ersten Sonnenstrahlen in der Lavuu geweckt. Voller Vorfreude springen wir vor der nächsten Etappe in den tollen Sandsee. Und es gibt noch ein Grund zur Freude, heute gibt’s endlich ein frisches T-Shirt und frische Unterwäsche. Nur die „alte“ und über Nacht feucht gewordene Trekkinghose müssen wir noch einmal anziehen. Auf dem Frühstücksplan steht nun Müsli mit Milchpulver und Kaba in Wasser aufgelöst. Die Tour heute ist wieder sehr abwechslungsreich. Zunächst ist es sehr steinig und moosig, ein paar Schritte weiter Moor und wiederum ein paar Schritte weiter Wald mit Sandboden, wahnsinn. Eine Bergkette erstreckt sich zwischen zwei Seen. Dort sehen wir zwei prächtige Raubvögel. Ihre mächtigen Rufe schallen über den riesigen See. Das lautstarke Echo zieht uns förmlich in den Bann, Gänsehaut bis in den kleinen Zehen einfach ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit.

Ein komplett verwüsteter Wald. er Pfad ist nicht mehr begehbar. Viele umgestürzte Bäume machen uns das Leben schwer. Jetzt wird uns erst richtig klar wie schwerwiegend das Ungewitter mit Sturm am Mittwochabend war und dass wir wahrscheinlich nur am Rande davon betroffen waren. Ich will nicht sagen dass ich arg gläubisch bin, aber vielleicht lag vorgestern doch ein Segen über uns. Die Verwüstung die ich hier sehe spricht klar für sich.

Seite_10_2Drüber, unten durch oder vielleicht doch besser außen rum? Egal irgendwie müssen wir uns hier vorkämpfen. Blöderweise bin ich etwas fuß lahm, da ich eine Blase am kleinen Zehen habe, die ziemlich tief unter der Haut sitzt und bei jedem Schritt schmerzt. Aufgrund der Umstände und enormen Hitze kommen wir sehr erschöpft an einer Anhöhe an. Ein toller Anblick über den großen See Harkkojärvi bringt uns wieder ein lächeln in die Mundwinkel. Nur noch den Berg hinunter und dann wieder hoch, dann haben wir laut Karte das lang ersehnte Ziel erreicht.

Wir beschließen in der Jorhohütte zu schlafen da die Lavuu am See nicht besonders schön ist. Das tolle hier ist, dass es wieder ein Wasserloch gibt und wir nicht das ganze Wasser für das Abendessen, Frühstück, Zähneputzen und Trinken für den nächsten Tag noch heute Abend abkochen müssen.

Für über eine halbe Stunde halten wir es in dem sehr wechselwarmen See aus. Dieser ist zwar wieder leicht bräunlich und sehr schmierig, aber ich denke nicht weiter bedenklich. Nach 5 Tagen bekommen wir die ersten Trekker zu Gesicht. Es sind Trekker aus Hamburg, die den Susitaival von Norden nach Süden laufen und auch hier übernachten wollen. Nach einem netten Gespräch mit den Trekkern kochen wir Penne mit Brokkoli-Käsesauce. Gegen neun Uhr kommt eine finnische Trekkerin, die ebenfalls ihr Nachtquartier hier aufschlägt. Nach einem herrlichen Abendrot gehen wir schließlich auch schlafen.

 

Mehr Tagesberichte gibt´s im Teil 2 ...